Kernaussage: Logische Texte sind besser zu verstehen als unlogische. Wer einen logischen Text schreiben kann, ist auch in anderen Dingen erfolgreich.
Einleitung (Ausgangspunkt):
Ein Text ist angenehm zu lesen, wenn er dem "gesunden" logischen Menschenverstand entspricht.
Wie funktioniert die menschliche Logik?
In der menschlichen Logik sind Regeln wichtig: Sie geben an, zu welchem Ergebnis man kommt, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Die Menschen machen Beobachtungen und schließen dann auf Regeln, mit denen sie diese Beobachtungen erklären können (Induktion) oder sie benutzen Regeln und die dazugehörigen Bedingungen (Fakten), um eine Schlussfolgerung zu ziehen (Deduktion). Für Induktion und Deduktion gilt das Prinzip: von Prämissen (Fakten oder Regeln) kommt man durch einen logischen Schluss zu einer Konklusion (einer Schlussfolgerung).
Menschen können eine Schlussfolgerung nur nachvollziehen, wenn sie überprüfen können, ob die Prämissen wahr sind und ob der Schluss gültig ist. Ein Schluss ist gültig, wenn die Konklusion zwingend aus den Prämissen folgt. Das heißt, wenn es eine Möglichkeit gibt, dass die Prämissen wahr sind, aber die Schlussfolgerung falsch, dann ist der Schluss ungültig. Die Gültigkeit (logische Korrektheit) eines Schlusses schließt nicht aus, …
Damit eine Leserin die beiden Bedingungen für die Richtigkeit einer Konklusion prüfen kann (die Wahrheit der Prämissen und die Gültigkeit des Schlusses), muss ein logischer Text verständlich sein.
Welche Eigenschaften haben verständliche Texte?
Verständliche Texte haben vier Eigenschaften:
Wie entsteht eine klare Struktur, die alles erklärt, was unbekannt und wichtig ist?
Eine klare Struktur entsteht, wenn die Aussagen eines längeren Textes hierarchisch in Kapitel eingeordnet sind und sie innerhalb eines Kapitels in einer sinnvollen Reihenfolge erscheinen (zuerst wird das Wissen erklärt, das die Leserin zum Verständnis des Folgenden benötigt). Ein logischer Text startet bei einem interessanten Ausgangspunkt. Aus der Beschreibung dieses Punktes ergibt sich eine weiterführende Frage, die als nächstes beantwortet wird. Aus dieser Antwort ergibt sich dann eine weitere Frage. Diese Kette von Fragen und Antworten (entspricht den Prämissen) wird so lange weitergeführt, bis die Leserin die Hauptaussage des Textes (die Konklusion) versteht und entscheiden kann, ob sie korrekt ist. Wenn der Text länger ist, weil bei den Antworten viele Erklärungen notwendig sind, werden die Antworten zu Kapitel und Unterkapitel mit eigenen Überschriften.
Schluss (Konklusion):
Ein logischer Text muss alle Aussagen, die für eine Leserin unverständlich sein könnten, in einer sinnvollen Reihenfolge möglichst kurz und präzise erklären, damit sie entscheiden kann, ob die Hauptaussage des Textes korrekt ist.
Der Schluss auf die Konklusion ist leicht nachzuvollziehen, denn ...
1. Der Text ist verständlich geschrieben.
Menschen mit dem Bildungsstand von älteren Schülern und höher sind die Zielgruppe des Textes. Deshalb ist er besonders einfach geschrieben und enthält einige Wiederholungen.
2. Der Text ist in einer logischen Reihenfolge geschrieben.
Die roten Markierungen zeigen, wie sich aus dem Ausgangspunkt und den Antworten auf die Fragen, die nächsten Fragen ergeben. Dadurch ist der Text keine Aufzählung von logischen Eigenschaften, sondern er hat einen roten Faden: Eine Leserin fühlt, dass der Text seinem Ziel näher kommt.
3. Der Text ist kurz geschrieben.
Der Text ist so kurz wie möglich und erklärt deshalb nur das Wichtigste.
Beispiel für ein logisch aufgebautes Buch:
Es "... liegt mir daran, die wichtigsten aktuellen Untersuchungsresultate ganz unterschiedlicher Forschungsbereiche zu einem sinnvollen Ganzen zu verbinden. ... Der systematische Aufbau des Buches bringt es mit sich, dass die einzelnen Teile geschlossene Einheiten bilden. Trotzdem wird der gedankliche Inhalt des Werkes – wie in einem Roman – fließend entwickelt. ... Grundlagen und Erkenntnisse werden Schritt für Schritt hergeleitet, bis sie in eine einheitliche Schlussfolgerung münden. ... Erst nachdem jede Ebene gemäß ihrer eigenen Logik erläutert worden ist, soll in einem zweiten Schritt Ausschau gehalten werden nach dem Ganzen, das bekanntlich mehr ist als bloß die Summe seiner Teile." (www.researchgate.net/profile/Daniel-Hell/publication/265244580_Leseprobe_aus_Welchen_Sinn_macht_Depression/links/576796db08aedbc345f5ffd6/Leseprobe-aus-Welchen-Sinn-macht-Depression.pdf, 24.03.26, S. 14 - 16)
Wenn Lebewesen Sinneszellen besitzen, die Reize aus ihrer Umwelt aufnehmen können, haben sie die Möglichkeit, so auf einen Reiz zu reagieren, dass sie davon einen Vorteil haben. Für mich ist so eine Reaktion "logisch". (Beispiel: Pflanzen wachsen in Richtung des Lichts.)
Definition: Logik ist die Lehre vom richtigen und falschen Schlussfolgern.
Bei einer logischen Schlussfolgerung wird aus gegebenen Informationen (den Prämissen) eine neue Aussage (die Konklusion) abgeleitet. Prämissen sind "wahrheitsfägige Aussagen", was bedeutet, dass entschieden werden kann, ob sie wahr sind oder nicht.
"Schlussfolgerungen sind Schritte im logischen Denken, die von Prämissen zu logischen Konsequenzen führen ... Schlussfolgerungen werden theoretisch traditionell in Deduktion und Induktion unterteilt ... Deduktion ist eine Schlussfolgerung, die logische Konsequenzen aus bekannten oder als wahr angenommenen Prämissen ableitet ... Induktion ist eine Schlussfolgerung, die von bestimmten Erfahrungen zu einer allgemeinen Schlussfolgerung führt." (https://en.wikipedia.org/wiki/Inference, 13.08.25)
Bei der Induktion wird aus wiederholten Beobachtungen (aus Fakten) auf eine Regel geschlossen (die allerdings nur solange gilt, wie keine widerlegenden Beobachtungen gemacht werden).
Beispiel für eine Induktion:
Ich habe 1000 Schwäne beobachtet.
Alle waren weiß.
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Alle Schwäne sind weiß. (Die Regel ist falsch, da es auch schwarze Schwäne gibt)
Die gefundenen Regeln benutzen die Menschen um mittels der Deduktion logische Schlussfolgerungen zu ziehen, mit denen sie auch schwierige Probleme lösen können.
Regeln sind bedingte Aussagen, die angeben, zu welchem Ergebnis man kommt, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind: wenn diese Bedingungen erfüllt sind, dann ergibt sich dies Ergebnis. Bei der Deduktion schließt man von einer Regel und den erfüllten Bedingungen (= Fakten) auf ein Ergebnis.
Beispiel für eine Deduktion:
Alle Menschen sind sterblich (Regel-Prämisse).
Sokrates war ein Mensch (Fakt-Prämisse).
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Sokrates war sterblich (Konklusion).
Mindestens eine der Prämissen muss bei der Deduktion eine Regel sein, um eine Schlussfolgerung ziehen zu können. Natürlich müssen die Regel und die Fakten zusammenpassen. Aus der Regel "Die Erde dreht sich um die Sonne" und dem Fakt "Sokrates war ein Mensch" kann man keine Schlussfolgerung ziehen.
Kann man aus Fakten alleine eine Schlussfolgerung ziehen? Worauf kann man z. B. aus den beiden Fakten "Berlin ist eine Stadt in Deutschland" und "Deutschland liegt in Europa" schließen? Schlussfolgerung: Berlin liegt in Europa. Man kann diese Schlussfolgerung aber auch so sehen, dass man für sie die Regel benutzt hat: Wenn eine Stadt in Deutschland liegt und Deutschland ein Teil Europas ist, dann liegt auch die Stadt in Europa.
Um ein schwieriges Problem lösen zu können, müssen in einem Problemlösungsprozess an verschiedenen Stellen Schlussfolgerungen gezogen werden.
Für viele Regeln haben Wissenschaftler lange geforscht, um sie zu entdecken.
Beispiel Gravitationskraft: (Schluss auf eine Regel/Formel = Induktion)
Ein Gegenstand fällt von einer Höhe immer in Richtung Erde.
Es gibt eine Kraft (genannt Gravitationskraft), die diesen Körper anzieht.
Die Kraft ist proportional zur Masse des Körpers.
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Die Gravitationskraft berechnet sich nach der Formel F = m x g.
Obwohl wir die Gravitationskraft jeden Tag beobachten können, benötigen wir zusätzliches Physikwissen, um die Formel zu verstehen.
Die Logik eines Textes beantwortet nicht nur die Frage nach dem "Warum", sondern auch die Frage nach dem "Wozu?" "Wozu geschieht etwas?"
"Ich möchte deshalb zusätzlich einer anderen Frage Raum geben: «Wozu?», «zu
welchem Ziele?» ... Es ist aber auch die Frage, die einen Roman spannend
macht: Was motiviert eine Person und wohin führt ihre Handlung?
Wozu tut sie etwas?" ((www.researchgate.net/profile/Daniel-Hell/publication/265244580_Leseprobe_aus_Welchen_Sinn_macht_Depression/links/576796db08aedbc345f5ffd6/Leseprobe-aus-Welchen-Sinn-macht-Depression.pdf, 24.03.26,
S. 16)
Fortsetzung folgt ...