Lernen in der Schule

Kernaussage: Die Schulen sollen ein gutes Allgemeinwissen vermitteln und die Persönlichkeit der Lernenden fördern. Der Text nennt Ideen (Hypothesen), die das Lernen in der Schule verbessern können.

 

(Lesen Sie auf Learn-Study-Work auch "Wie lernen - Experten/Anfänger".)

 

Was ist Lernen?

Lernen ist die Aneignung von Wissen oder Fähigkeiten. Bei den Fähigkeiten kann es sich um geistige oder motorische Fähigkeiten handeln. Zu den geistigen Fähigkeiten gehören z. B. das analytisch-kreative Denken, sowie sprachliche und soziale Fähigkeiten. Wenn das Lernen Spaß bringt, dann fällt es uns leichter.

 

Wann bringt Lernen in der Schule Spaß und wann nicht?

Lernen in der Schule bringt keinen Spaß, wenn ...

  1. der Stoff, den man lernen soll, nicht gut erklärt wird und man ihn deshalb nicht versteht.
  2. man zu viel Stoff auf einmal lernen muss.
  3. man viele Details lernen soll, von denen man weiß, dass man sie sowieso wieder vergisst.
  4. man Angst davor hat, Fehler zu machen.
  5. man Angst davor hat, seine eigene Meinung sagen.
  6. die Atmosphäre im Unterricht nicht gut ist.

 Im Gegensatz dazu:

Lernen in der Schule macht Spaß - wie lernen - Erfolg - Wissen - Alltag - Freunde - www.learn-study-work.org

(Siehe auch die Studie "Lernen mit Spaß" www.scoyo.de/magazin/lernen/lernen-mit-spass/artikel-studie-lernen-mit-spass/, 04.05.23)

 

Könnte die Schule, so wie sie in Südkorea ist, ein Vorbild sein für deutsche Schulen?

 

"Bei Pisa sind Südkoreas Schüler Weltspitze. ... Doch der Erfolg ist teuer erkauft. Ab der Mittelschule beginnt für koreanische Jugendliche der Stress. ... Für deutsche Schüler ist schwer vorstellbar, unter welchem Druck Kinder und Jugendliche in Südkorea stehen. Alles, was Spaß macht, bleibt auf der Strecke. ... Beim Unterricht geht es stets um das Ziel, es später auf eine der Top-Hochschulen zu schaffen." (www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/schuelerdrill-in-suedkorea-lernen-heisst-leiden-a-733533.html, 19.10.22)

 

Welche Ziele sollten sich die Schulen setzen?

Meiner Meinung nach sollten die Bildungsziele der Schulen in Deutschland und auf der ganzen Welt so aussehen:

  1. Die Schulen sollen ein gutes Allgemeinwissen vermitteln, dass die Lernenden nicht vergessen.
  2. Die Schulen sollen die Persönlichkeit der Lernenden fördern, so dass diese bereit sind, von anderen zu lernen und anderen zu helfen.
  3. Die Schulen sollen dafür sorgen, dass die Lernenden Freude am Lernen haben und ohne großen Stress lernen können.

Begründung für die Ziele:

für 1.) Wenn ich ein gutes Allgemeinwissen habe, kann ich es erfolgreich im Alltag und später im Beruf einsetzen. Allgemeinwissen fördert die Kreativität, weil ich dann Querverbindungen zwischen verschiedenen Themen herstellen kann.

für 2.) Wenn ich von anderen lerne und anderen helfe, habe ich viele Freunde. Ich werde selbstbewusster und meine Teamfähigkeit wird besser.

für 3.) Wenn ich Spaß am Lernen habe, dann fällt es mir leicht. Ohne Stress kann ich mich besser konzentrieren.

 

1. Ein gutes Allgemeinwissen vermitteln, das man nicht vergisst

Wenn ich Informationen habe über eine Sache oder einen Vorgang, dann habe ich Wissen.

 

Kenntnisse (= Wissen) sind "... das Ergebnis der Verarbeitung von Information durch Lernen." (https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32008H0506(01)&from=DE#d1e32-4-1, 07.11.21)

<img srcset="httpsArten von Wissen - Allgemeinwissen - Grundlagenwissen - Detailwissen - Fachwissen - Wissenschaft - www.learn-study-work.org

Wissen wird unterteilt in Allgemeinwissen (= Wissen, das schon länger bekannt ist und in Lehrbüchern steht, aber nicht tiefgehend ist), Fachwissen und in Wissenschaft. Wissenschaft ist neues Wissen, dass sich noch ändern kann (siehe auf Learn-Study-Work "Was ist Wissenschaft?").

 

Beispiel: Vor einiger Zeit hatte ein Wissenschaftler die Idee aus Sonnenlicht Strom zu gewinnen. Er war aber nicht sicher, ob das funktioniert und hat dazu "geforscht" (er hat untersucht, wie das möglich ist). Heute kennt jeder die Solarmodule auf den Dächern. Das Wissen, dass man mit Solarmodulen Strom gewinnen kann, ist zu Allgemeinwissen geworden.

 

Das Allgemeinwissen und Fachwissen wird weiter unterteilt in Grundlagenwissen und in Detailwissen. In der Schule sollte man sich in vielen Fächern ein sehr gutes Grundlagenwissen aneigenen, von dem man einige Details ableiten kann.Das Grundlagenwissen sollte in der Schule so gut geübt werden, dass man es nie wieder vergisst. Deshalb darf nicht zu viel Wert auf Detailwissen gelegt werden.

 

Das vertiefte Wissen in einem Fach (Fachwissen) lernt man später durch eine Berufsausbildung bzw. ein Studium. Man kann es sich aber auch durch Selbsstudium aneignen (Bücher, Videos, Internet) oder man fragt eine Fachkraft.

 

Beispiel: In Chemie sollte man über Sauerstoff wissen, dass dies ein Gas ist und mit vielen Stoffen reagiert. So verdampft bei einer Kerze das Wachs und reagiert mit dem Sauerstoff der Luft in Form einer Flamme, die Wärme und Licht abgibt. Manchmal sollen die Schüler in Chemie lernen, welche Temperaturen die Flamme eines Bunsenbrenners hat, was sie nach einer Chemiearbeit schnell wieder vergessen werden. Das ist Detailwissen, das nur jemand wissen muss, der in einem chemischen Labor arbeitet.

 

Aber auch das Lernen von Details kann interessant sein, wenn diese gut erklärt werden oder wenn man genug Vorwissen hat und sie sich selbst erklären kann. Detailwissen sollte aber immer auf Grundlagenwissen aufbauen, sonst wird es schnell wieder vergessen (s. u.).

 

2. Die Persönlichkeit fördern

 "Ein respektvoller, gemeinschaftlicher Umgang miteinander und eine gute Lernatmosphäre – das wünscht sich jede Lehrkraft für ihre Klasse(n). ... Manche Schüler/-innen tun sich schwer, Anschluss zu finden und ein Teil der Klassengemeinschaft zu werden. Damit auch sie sich anerkannt und geschätzt fühlen, braucht es oft ein wenig Extra-Zuwendung. ... Nehmen Sie sich zwischendurch immer mal ganz bewusst die Zeit für ein kurzes Lob. ... Ein Lob, das positiv aufgenommen werden soll, muss ein berechtigtes Lob sein. Doch es gibt sicherlich immer wieder etwas, das tatsächlich lobenswert ist." (www.cornelsen.de/magazin/beitraege/acht-ideen-fuer-ein-besseres-miteinander, 0.11.22)

 

Die Schulen sollen darauf achten, dass sich die Lernenden respektvoll gegenüber anderen verhalten und bereit sind von anderen zu lernen bzw. anderen zu helfen. (Lesen Sie auf Learn-Study-Work: "Was ist Respekt", "Wie auf respektoses Verhalten reagieren?")

 

Einige Lernende denken, wenn eine gute Schülerin etwas einer weniger guten Schülerin erklärt, dann ist dies langweilig für sie. Aber jemand anderen etwas zu erklären, trainiert das eigene Denkvermögen. "Wenn du es nicht einfach erklären kannst, hast du es nicht gut genug verstanden." (Dieses Zitat wird Alfred Einstein zugeschrieben.)

 

3. Lernen mit Spaß und ohne großen Stress

"Betrachtet man einzig die Leistungen der Schüler, macht Südkorea offenbar einiges richtig: Bei der jüngsten [Pisa Studie] landete das Land in allen Bereichen (Lesen, Mathematik, Naturwissenschaften) weit vorn. ... Eine Schule, die im Sommer mit einem etwas gelockerten Lehrplan, mehr Sportanteilen und mehr Freizeitaktivitäten angetreten war, musste sich dem Elternwillen weitgehend beugen. Die Eltern verlangten nach weniger Freizeit und der Möglichkeit für Privatunterricht am Abend und am Wochenende." (www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/schuelerdrill-in-suedkorea-lernen-heisst-leiden-a-733533.html, 19.10.22)

 

Warum ist es besser, ohne übergroßen Stress zu lernen? Robert W. White schreibt über das Lernen im Kleinkindalter, aber es ist wahrscheinlich auch später gültig:

 

"Es gibt jedoch gute Gründe für die Annahme, dass ein starker Trieb [oder starker Druck] genau das falsche Mittel ist, um eine flexible, kenntnisreiche Handlungsfähigkeit gegenüber der Umwelt zu gewährleisten. Starke Triebe führen dazu, dass wir bestimmte Lektionen gut lernen, aber sie schaffen keine maximale Vertrautheit mit unserer Umgebung.
Dieser Punkt wurde ... in einigen Experimenten von Yerkes und Dodson (1908) demonstriert. Sie zeigten, dass maximale Motivation nicht zum schnellsten Lösen von Problemen führt, insbesondere wenn die Probleme komplex sind. Für jedes Problem gab es ein optimales Motivationsniveau, weder das höchste noch das niedrigste, und das Optimum war bei komplexeren Aufgaben niedriger." (White, R. W. (1959). Motivation reconsidered: The concept of competence. Psychological Review, 66(5), 297–333)

 

Auch im Sport ist es vorteilhaft, wenn die Kinder am Anfang Spass haben. So werden viele später zu Spitzensportlern.

 

"Die erste Phase der Sportbeteiligung, die Schnupperjahre, fand bei allen Teilnehmern im Alter zwischen 6 und 13 Jahren statt.
Die Eltern [von Spitzensportlern] bieten ihren Kindern die Möglichkeit, Sport zu genießen. Die Eltern der Kinder in den Stichprobenjahren [im Alter 6 - 13] waren dafür verantwortlich, ihr Interesse am Sport zu wecken und ihnen die Möglichkeit zu geben, ein breites Spektrum an unterhaltsamen Aktivitäten auszuprobieren, ohne sich auf intensives Training zu konzentrieren. ... Einige wichtige Elemente des Sporttreibens in den Stichprobenjahren sind die aktive Beteiligung des Kindes, die Freiwilligkeit und der Spaß an der Sache ..." (Côté, J. (1999). The influence of the family in the development of talent in sport. The sport psychologist, 13(4), S. 401)

 

Kinder sollten also die Möglichkeit haben, ohne Druck Sachen auszuprobieren, um so zu einer "maximale Vertrautheit" zu kommen. Das zahlt sich später aus, wenn es um die Leistung geht.

 

1. Hypothese: Mündliche Noten begrenzen

 

Eine Ursache, warum die Schülerinnen und Schüler in der Schule Stress haben sind die münlichen Noten, durch die sie in jeder Unterrichtsstunde unter Druck stehen. Sie raten sich untereinander: "Du musst im Unterricht einfach irgendwas sagen, damit es so ausssieht, dass Du Dich aktiv beteiligst." Es kostet Zeit und Nerven vielen mündlichen Beiträgen zuzuhören, wenn man weiß, dass sie nicht die wahre Meinung wiedergeben. Negativ ist auch, dass sich wegen der mündlichen Note viele nicht trauen eine Frage zu stellen, wenn sie etwas nicht verstanden haben.

 

"Auf die Frage 'Welchen Rat würden Gymnasiastinnen und Gymnasiasten der 8. Klasse den jüngeren Geschwistern geben, um besser durch die Schule zu kommen?' antworten diese wie folgt (in Anlehnung an Eder 1987, S. 187, zitiert in Ulich 2008, S. 212; gesamhaft mehr als 100%, weil Mehrfachantworten möglich waren):

94%   Mitarbeit und Lernen

73%   situationelle Anpassung (z. B. nicht negativ auffallen)

38%   personelle Anpassung (Wohlverhalten gegenüber Lehrpersonen)

36%   Ingratiation (z. B. 'Schleimen' oder 'Einschleimen')

22%   demonstratives Engagenment ..."

(Chiapparini, E. (2012). Ehrliche Unehrlichkeit: Eine qualitative Untersuchung der Tugend Ehrlichkeit bei Jugendlichen an der Züricher Volksschule. Deutschland: Budrich UniPress, S. 62, www.google.de/books/edition/Ehrliche_Unehrlichkeit/2CdpDwAAQBAJ?hl=de&gbpv=1, 01.08.23)

 

"An der außerschulischen Bildung gefällt mir außerdem, dass man als Externe ganz anders wahrgenommen wird. Allein weil die Schüler:innen wissen, dass sie gerade nicht benotet werden, haben sie eine ganz andere Motivation." (www.spiegel.de/start/alternative-zum-lehramt-berufseinstieg-in-der-ausserschulischen-bildung-a-2599358f-005a-4b53-beea-5a258888662e, 01.08.23)

 

Es müsste ein Möglichkeit gefunden werden, dass die mündliche Note nur in einem begrenzten Zeitraum vergeben wird, so dass der meiste Unterricht streßfrei vonstatten gehen kann.

 

2. Hypothese: Weniger Lernstoff ist mehr

 

Pro Lerneinheit kann ein Mensch nur eine begenzte Zahl an Informationen aufnehmen. Informationen, die wir nur einmal hören, werden wir schnell wieder vergessen.

 

Siehe www.allpsych.uni-giessen.de/thomas/teaching/pdf/G2006/Gedaechtnis2.pdf, 09.02.24:

Die Verarbeitung (Elaboration) der Informationen beim Aufnehmen ist entscheidend für die Gedächtnisleistung. Auch eine mehrmalige passive Wiederholung reicht nicht aus. Mit "Elaboration" ist hier die Bearbeitung einer Information beim Einspeichern gemeint.

 

Es kommt also darauf an, dass eine Information beim Einspeichern verstanden wird.

 

"Um die Bedeutung einer Sache, eines Ereignisses oder einer Situation zu erfassen, muss man sie in ihren Beziehungen zu anderen Dingen sehen: erkennen wie sie funktioniert und welche Konsequenzen sich daraus ergeben, was sie verursacht und wie sie genutzt werden kann." (Dewey, J. (1933). How We Think: restatement of the relation of reflective thinking to the educative process. Boston, D.C. Heath and Co., S. 137)

 

Das erfordert eine gewisse Zeit. Wir stehen bei einer Lerneinheit also vor der Entscheidung: Wollen wir viel Stoff aufnehmen und hinterher fast alles wieder vergessen oder wollen wir weniger Stoff aufnehmen, ihn verarbeiten (verstehen) und länger erinnern. Wenn der Stoff ins Langzeitgedächtnis gelangt und sich dort mit anderen Informationen vernetzt, dann werden wir ihn sogar nie wieder vergessen.

 

"Mit der Entwicklung von Expertenwissen geht das Wissen von einer Sammlung isolierter Fakten zu einem stark integrierten Netzwerk von Informationen ... über" (Persky, A. M., & Robinson, J. D. (2017). Moving from novice to expertise and its implications for instruction. American journal of pharmaceutical education, 81(9), 6065, S. 76)

 

Die Grundlagen perfekt (= sehr gut) zu beherrschen bringt später mehr Nutzen, als ein großes oberflächliches Wissen.

 

"Wie der Nobelpreisträger Herbert Simon weise feststellte, hat sich die Bedeutung von 'Wissen' von der Fähigkeit, sich an Informationen zu erinnern und sie zu wiederholen, verschoben zur Fähigkeit, sie zu finden und zu nutzen ..." (https://nap.nationalacademies.org/read/9853/chapter/3#5, 09.02.24, S. 5)

 

3. Hypothese: Jede Lerneinheit braucht eine Kernaussage

 

Jede Lerneinheit sollte eine hierarchische Struktur haben und um eine Kernaussage herum organisiert sein (siehe auf Learn-Study-Work "Wie lernen - Experten/Anfänger?").

 

"Strukturierte Informationen sind leichter zu merken und abzurufen als ungeordnete Informationen." (www.nature.com/articles/s41598-019-46908-z, 09.01.22)

 

Wenn wir lernen strukturiert zu denken, können wir erkennen, was in einer Lerneinheit wichtig ist und können so die Gesamtzusammenhänge in einem Fach verstehen.

 

"Das Curriculum [der Lehrplan] muss die Frage beantworten: 'Was ist wert, gewusst zu werden?' Nur so wird Lehre ihrer Aufgabe gerecht, die Einordnung von Fakten und Wissen in Gesamtzusammenhänge zu vermitteln und so das eigenständige Denken zu lehren." (www.stifterverband.com/forum-hochschulraete/update/update_2013-02/schwerpunktthema/lange/index.html, 06.04.14, unten)

 

4. Hypothese: Der Unterricht sollte eine Mischung sein aus gutem Frontalunterricht und offenem Unterricht

 

"Die Arbeit an den Schulen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten sehr verändert. Frontalunterricht für alle ist nicht mehr das Mittel der Wahl, Lehrende sollen ihre Schülerinnen und Schüler individuell fördern ..." (www.zeit.de/gesellschaft/2023-06/lehrermangel-ueberlastung-schulen-nachrichtenpodcast#comments, 09.02.24)

 

An die Stelle des Frontalunterrichts soll der "offene Unterricht" treten.

 

"In der schulischen Alltagspraxis scheint vor allem ein reformpädagogisch fundiertes Verständnis von „individueller Förderung“ etabliert zu sein. Hier wird im Wesentlichen darauf gesetzt, dass Schulen den Lernenden eine Vielfalt von Lernangeboten, Lernwegen und Methoden anbieten und die Selbsttätigkeit der Lernenden als zentrales Prinzip realisieren, beispielsweise durch Freiarbeit, Projektarbeit, ... Aus einer kritischen Perspektive muss jedoch festgestellt werden, dass der Grad der Offenheit des Unterrichts häufig überschätzt wird (Brügelmann, 2000; Hanke, 2001). ... Die empirische Forschung dazu hat gezeigt, dass offener Unterricht insbesondere das Selbstbestimmungserleben von Schülern fördert (Hartinger, 2005), aber nicht notwendigerweise das fachliche Verständnis (vgl. die Metaanalysen von Bennett, 1976; Giaconia & Hedges, 1982; Peterson,
1980)." Klieme, Eckhard; Warwas, Jasmin (2011). Konzepte der Individuellen Förderung - In: Zeitschrift für Pädagogik 57  6, S. 809)

 

Offener Unterricht (z. B. eine Präsentation vorbereiten) ist toll, aber er kostet den Lernenden und Lehrenden viel Zeit. Frontalunterricht ist da weniger zeitaufwendig.

 

"Als ich [mit dem Studium für das Lehrdiplom] begonnen habe, war meine Vorstellung von 'gutem Unterricht' eine 45-Minuten-Show des Lehrers, in der möglichst viel Stoff behandelt wird. ... Den Rest konnte man ja als Hausaufgaben mitgeben. So zumindest habe ich es als Schüler grösstenteils auch erlebt." (Kyburz-Graber, Regula; Odermatt, Freia; Canella, Claudia (2014). «Meine Vorstellung von gutem Unterricht war eine 45-Minuten-Show des Lehrers» – Wie angehende Lehrpersonen das Unterrichten im Gymnasium erfahren - In: Beiträge zur Lehrerinnen- und Lehrerbildung 32-1, S. 107)

 

Im Gegesatz dazu funktioniert guter Frontalunterricht so: Die Lehrperson erklärt den Lernstoff und anschließend bearbeiten die Lernenden Übungsaufgaben möglichst individuell. So kann die Lehrperson den Lernenden Hilfe geben, die danach fragen. Am Ende der Lerneinheit können die gesammelten Erfahrungen gemeinsam diskutiert werden.

 

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