Kernaussage: Die Zusammenfassung enthält nur das, was man über die deutsche Geschichte auch noch nach der Schule wissen sollte (wenigstens das Meiste).
Diese Zusammenfassung wird auch als Bild dargestellt, siehe auf Learn-Study-Work "Wie lernen" (am Ende).
Den Römern gelang es nie das Gebiet des heutigen Deutschlands vollständig zu besetzen. Die dort ansässigen Volksstämme, die von ihnen Germanen genannt wurden, konnten sich immer mehr oder weniger erfolgreich verteidigen. So schlug Arminius die Legionen des Varus im Jahre 9 (Varus-Schlacht oder Schlacht im Teutoburger Wald).
Der Untergang des römischen Reiches fiel zusammen mit der Zeit der Völkerwanderung (4. und 5. Jahrhundert). Karl der Große, der König der Franken, konnte die wandernden Stämme besiegen und so entstand ein großes Frankenreich, welches im wesentlichen Spanien, Frankreich, Deutschland und Norditalien umfasste. Im Jahre 800 ließ sich Karl der Große vom Papst in Rom zum Kaiser krönen.
Nach dem Tod Karl des Großen zerfiel sein Reich und es entstand im 10. Jahrhundert das Heilige Römische Reich (962 Otto I. wird Kaiser), welches Ende des 15. Jahrhunderts den Zusatz bekam "Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation". Das Reich entwickelte sich nie zu einem Nationalstaat, weil die weltlichen und geistigen Landesherren (der Herzogtümer, Grafschaften, Klöster, ...) und die Reichstädte zu selbstständig waren. So wurde der Kaiser in der Regel von den Reichsfürsten gewählt. Das Reich hieß heilig und römisch wegen der engen Verbindung zum Papst in Rom.
Ab etwa 1100 entstehen in Europa immer mehr Städte, weil die Bauern durch technischen Forschritt mehr Menschen ernähren können. Die Zahl der gebildeten Menschen wächst. Die Wissenschaft macht Fortschritte und es entstehen neue Denkweisen: Humanismus, Reformation und die Aufklärung.
Die Könige führen am Hofe ein Luxusleben und auch ihre Kriege kosten sehr viel Geld, welches sie von ihren Untertanen eintreiben. In Frankreich kommt es deshalb im Jahr 1789 zu einer Revolution der Bürger und Bauern, in deren Verlauf die "Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte" verabschiedet wird. Die Revolution scheitert und als Resultat kommt Napoleon als Alleinherrscher an die Macht.
Im den Jahren 1805/06 besiegte Napoleon zuerst Österreich und dann Preußen. Daraufhin legte der deutsche Kaiser des Heiligen Römischen Reiches seine Krone nieder, was das Ende des Reiches bedeutete.
Durch seinen Russlandfeldzug 1812/13 verlor Napoleon fast seine gesamte Armee durch Verluste, Hunger und Kälte. Als Resultat verlor er 1813 die Völkerschlacht bei Leipzig gegen eine Allianz aus Preußen, Russland und Österreich.
Nach dem Sieg über Napoleon wurde auf dem Wiener Kongress 1814/15 Europa neu geordnet. Viele Fürsten, Länder und Städte waren bei dem Kongress vertreten, bestimmend aber waren die fünf Großmächte Österreich, Russland, Großbritannien, Preußen und Frankreich. Der Kongress beschloss:
Die Bildung eines deutschen Nationalstaates passte nicht in das Gleichgewicht der fünf Großmächte, weshalb 1815 der Deutschen Bund gegründet wurde, als loser Zusammenschluss von 35 souveränen deutschen Fürsten und 4 freien Städten.
In der Zeit von 1815 bis 1848 gab es drei große Gruppen, die ihre Interessen verfolgten:
Die Adeligen und Fürsten taten alles, um ihre alleinige Macht zu behalten. Das Bürgertum wollte demokratische und wirtschaftliche Freiheiten und ein geeintes Deutschland. Die arme Bevölkerung kämpfte für bessere Lebensbedingungen.
Das Bürgertum (Kaufleute, Handwerker, Beamte im Staatsdienst) wurde gestärkt duch das Einsetzen der industriellen Revolution, dem Fortschritt von Bildung und Wissenschaft, sowie des Entstehens des deutschen Zollvereins (1834). Die Studenten und Professoren trafen sich 1817 auf der Wartburg. Auch beim Fest auf dem Hambacher Schloss 1832 forderten die Bürger Freiheit und ein geeintes Deuschland.
Die Massenarmut wurde durch ein großes Bevölkerungswachstum verstärkt (Sinken der Sterblichkeit, Erhöhung der Geburtenrate). Die Bezahlung der Arbeit war schlecht, was 1844 zu einem Aufstand der Weber führte. 1845 - 1847 verschärfte sich die Lage der armen Bevölkerung durch Missernten, die Kartoffelfäule und eine Wirtschaftskrise. Vorbild für die Armen waren die Revolutionen in Frankreich.
Im März 1848 kam es an vielen Orten in Deutschland zu Aufständen, auf die die Regierungen mit Zugeständnissen reagierten. Im April und Mai 1848 fanden in allen Staaten des Deutschen Bundes freie Wahlen zu einer deutschen Nationalversammlung statt (Frauen hatten kein Wahlrecht).
Am 18.Mai 1848 trat die Nationlversammlung in der Frankfurter Paulskirche zusammen. Die von ihr ausgearbeitete Reichverfassung (Oberhaupt Deutschlands sollte ein Kaiser in Erbfolge sein) wurde im März 1849 verabschiedet. Aber der preußische König lehnte die angebotene kaiserliche Krone ab.
Der Adel und die Fürsten hatten schon vor der Revolution auf die Freiheitsforderungen mit Unterdrückung reagiert. Auch der preußische König ließ Berlin im November 1848 von Truppen besetzen und erklärte die dortige Nationalversammlung für aufgelöst. In ganz Deutschland wurde die Revolution mit militärischer Gewalt beendet.
Wie kam es zu diesem Krieg?
Preußen wurde immer stärker: Zwischen 1855 und 1865 wuchs seine Wirtschaft beträchtlich. Das Militär wurde modernisiert und es gab eine dreijährige Wehrpflicht. Der Ministerpräsident von Preußen Otto von Bismarck wollte einen deutschen Nationalstaat unter Führung des preußischen Königs. Nach den Siegen im deutsch-dänischen Krieg (1864) und dem "Bruderkrieg" gegen Österreich (1966) wurde der mächtige Norddeutsche Bund gegründet. Jetzt fehlte noch der Anschluss der unabhängigen süddeutschen Länder (Bayern, Baden-Württemberg und Hessen), die für den Fall eines Krieges sogenannte "Schutz- und Trutzbündnisse" mit Preußen abgeschlossen hatten. Deshalb wollte Bismarck Frankreich provozieren, damit es zu einem Krieg kommt und sich die süddeutschen Länder Preußen anschließen.
Die Gelegenheit dazu bot sich, als es wegen der Neubesetzung des spanischen Königsthrones zu einem diplomatischen Streit mit Frankreich kam. Frankreich befürchtete den Verlust seiner Vormachtstellung auf dem europäischen Festland (stärkste Macht in ganz Europa war England) und war deshalb mit dem Erstarken Preußens sehr unzufrieden und wollte auf keinen Fall, dass ein Verwandter des preußischen Königs Herrscher in Spanien wird. Eigentlich war der Streit geklärt, aber Bismarck veränderte ein Schreiben des preußischen Königs (die "Emser Despeche") so, dass sich der französische Kaiser durch die Veröffentlichung in seiner Ehre gekränkt fühlte und Preußen den Krieg erklärte.
Warum hat Frankreich diesen Krieg verloren?
Frankreich war auf einen solchen Krieg nicht gut vorbereitet. Die süddeutschen Länder unterstellten ihre Armeen dem preußischen Oberbefehl, wodurch es auf preußischer Seite 500 000 Soldaten gab, auf der französischen Seite nur 300 000. Aufgrund der vielen Eisenbahnlinien in Deutschland, konnten die Soldaten schnell an die Front gebracht und durch die deutschen Telegraphennetze konnten Nachrichten schnell übermittelt werden. Die deutschen Stahlkanonen schossen doppelt so weit, wie die französischen aus Bronze. Das preußische Militär war durch die Kriege 1864 und 1866 in der neuen Kriegsführung erprobt.
Nach der Kriegserklärung am 19. Juli 1870 kam es schon am 02. September 1870 bei Sedan zu einer schweren Niederlage der französischen Armee, bei der der französische Kaiser gefangengenommen wurde. Als Resultat wurde in Paris eine Republik ausgerufen. Die neue republikanische Regierung setzte den Krieg fort, konnte ihn aber nicht mehr gewinnen. Im Januar 1871 wurde im Schloss von Versaille das Deutsche Reich gegründet und der preußische König Wilhelm 1. zum deutschen Kaiser gekrönt. Im Mai 1871 kam es zu einem Friedenvertrag, der für Frankreich eine Demütigung war: Das Elsass und Teile Lothringens gingen an Deutschland, zusätzlich musste Frankreich eine Kriegsentschädigung von 5 Milliarden Franc zahlen. Frankreich hat sich für diese harten Bedingungen in dem Friedensvertrag von Versaille nach dem ersten Weltkrieg (1919) "gerächt", was wiederum ein Grund für den Aufstieg des Nationalsozialismus war.
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Am 3. März 1918 kam es zu einem Friedensvertrag (Vertrag von Rapallo) zwischen Deutschland und der kommunistischen Regierung Russlands, durch den Russland viele Gebiete verlor (Polen, Finnland, Ukraine, Litauen, Lettland). Nach dem Ausscheiden Russlands begannen die deutschen Truppen an der Westfront in Frankreich eine Offensive, die jedoch scheiterte. Im Gegenschlag konnten die Alliierten am 18. August 1918 die deutsche Front durchbrechen. Es drohte die Besetzung Deutschlands. Der deutsche Kaiser floh nach Holland und die neue deutsche Regierung unterzeichnete am 11. November 1918 einen Waffenstillstand, in dem das Deutsche Reich seine Niederlage anerkannte. Erst am 28. Juni 1919 kam es zum Abschluss des Versailler (Friedens-)Vertrags, der dem Deutschen Reich die Alleinschuld am Ausbruch des Krieges zuwies und Deutschland zu Gebietsabtretungen und großen Reparationszahlungen verpflichtete. Fast 10 Millionen Soldaten waren durch den Krieg getötet worden.
Die Geschichte der Weimarer Republik lässt drei Phasen erkennen:
Am 29. Oktober 1918 gab die Oberste Seekriegsleitung der Nordseeflotte den sinnlosen Befehl gegen die britische Flotte in die Schlacht auszulaufen. Die Matrosen in Kiel meuterten, wobei sie von den Arbeitern unterstützt wurden. Die Proteste breiteten sind aus und es wurden in vielen Städten "Arbeiter- und Soldatenräte" gebildet. Die Mehrheits-SPD (MSPD) stellte sich zusammen mit der Unabhängigen-SPD (USPD) an die Spitze der Räte-Bewegung.
Nach der Abdankung des Kaisers am 9. November 1918 war das Amt des Reichskanzlers an Friedrich Ebert, den Vorsitzeden der Mehrheits-SPD, übergegangen. Parallel dazu bereiteten sich die Anhänger der russischen Revolution geführt von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht eine Revolution vor.
Am 9. November gegen 14 Uhr rief der Mehrheits-SPD Fraktionsvorsitzende des Reichstags Philipp Scheidemann die "deutsche Republik" aus. Nur zwei Stunden später tat Karl Liebknecht das Gleiche und proklamierte die "freie sozialistische Republik Deutschland" und forderte eine "Revolution". In der damaligen Situation wäre das Eintreten für eine "Demokratisierung von Heer, Verwaltung und Wirtschaft" nötig gewesen.
Am 10. November bildeten die MSPD und die USPD zusammen eine Übergangsregierung, aus der die USPD später ausschied. Um eine kommunistische Revolution nach russischem Vorbild abwehren zu können, schloss Friedrich Ebert mit der Obersten Heeresleitung am 10. November den Ebert-Groener-Pakt: Die Heeresleitung sicherte der MSPD ihre Unterstützung im Kampf gegen eine kommunistische Revolution zu und bekam dafür die Zusage, dass das kaiserlich gesinnte Offizierskorps die alleine Befehlsgewalt über das reguläre Militär behalten sollte.
Am 15. Januar 1919 wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht durch Freikorps-Militär (demokratiefeindliche Freiwilligenverbände) ermordet, die von MSPD gerufen worden waren, um den bewaffneten "Januaraufstand" von Anhägern der USPD und der neu gegründeten KPD niederzuschlagen. Die "KPD machte die MSPD für die Bluttat politisch verantwortlich; umgekehrt warf die MSPD der KPD vor, sie durch ihren sinnlosen Putschismus zum Militäreinsatz gezwungen zu haben. Aus Gegnerschaft wurde erbitterte Feindschaft." (siehe www.bpb.de/themen/nationalsozialismus-zweiter-weltkrieg/dossier-nationalsozialismus/168748/vom-kaiserreich-zur-republik-1918-19, 19.02.2026).
Die Wahl zur Nationalversammlung der neuen Republik fand am 19. Januar 1919 statt (sie wurde von der KPD boykottiert). Zuerst versammelte sich diese in Weimar, später in Berlin. Am 11. Februar 1919 wählte sie Friedrich Ebert zum ersten Reichspräsidenten. Am 31. Juli 1919 nahm sie die "Weimarer Verfassung" an. Diese gab dem Reichspräsidenten, der für 7 Jahre direkt vom Volk gewählt wurde, eine große Machtfülle. Der Reichskanzler wurde nicht vom Reichstag gewält, sondern durch den Reichspräsidenten ernannt. Bei Gefahr für die öffentliche Sicherheit konnte der Reichspräsident ohne die Zustimmung des Reichstages regieren durch die sogenannten Notverordnungen (§ 48).
Die Probleme der Weimarer Republik:
1. Problem: Das soziale Elend war nach dem Krieg groß. Dies versuchten die republikfeindlichen Kräfte auszunutzen. Es gab viel politische Gewalt, besonders in den Jahren 1918 - 1923 und 1929 - 1932:
Weihnachtskämpfe 1918 - Die Oberste-Heeresleitung (mit Hindenburg an der Spitze) befahl ihren Soldaten, die Volksmarinedivision in Berlin zu zerschlagen, was misslang.
Märzkämpfe 1919 - Anhänger der KPD wollten durch einen bewaffneten Kampf die Regierung stürzen. Reichswehrminister Noske (MSPD) gibt den Befehl, dass jeder Bewaffnete von Regierungstruppen und Freikorps sofort zu erschießen sei.
Januaraufstand 1920 - Der bewaffnete Aufstand der Anhänger von USPD und der KPD, mit dem Ziel die Wahl zur Nationalversammlung zu verhindern, wird durch Regierungstruppen niedergeschlagen.
Lüttwitz-Kapp-Putsch 1920 - Reichswehrminister Noske muss wegen dem Versailler Vertrag das deutsche Heer reduzieren. Daraufhin besetzt General Lüttwitz das Berliner Regierungsviertel. Die restliche Reichswehr war nicht bereit gegen die Putschisten vorzugehen. Ein Generalstreik stoppte den Putsch.
Märzaufstand 1920 - Infolge des Lüttwitz-Kapp-Putsches kam es zu vielen revolutionären Aufständen.
Märzkämpfe 1921 - Der revolutionäre Aufstand in Mitteldeutschland wurde durch Regierungstruppen niedergeschlagen.
Die Politiker Mathias Erzberger (Unterzeichner des Waffenstillstands 1918) und Walther Rathenau (Außenminister und jüdischer Liberaler, der sich für die Verständigung mit den Alliierten einsetzte) wurden 1921 bzw. 1922 von Rechtsextremisten ermordet.
Hitler-Putsch 1923 - Hitlers "Marsch von München nach Berlin" mit meheren tausend bewaffneten Teilnehmern wurde noch in München von der Polizei gestoppt. Hitler erhielt als Strafe 5 Jahre "Festungshaft" (relativ komfortable Haftbedingungen, Besuchs- und Schreibmöglichkeiten), von denen er nur ca. 9 Monate im Gefängnis war. Während dieser Zeit schrieb er den ersten Band seines Buches "Mein Kampf".
"Altonaer Blutsonntag" 1932 - Bei einer Schießerei zwischen Kommunisten, Nationalsozialisten und der Polizei gibt es 18 Tote.
"Preußenschlag" 1932 - Hindenburg setzt den amtierenden Ministerpräsidenten in Preußen (SPD) ab.
2. Problem: Frankreich wollte die Wirtschaftsmacht Deutschlands durch hohe Reparationszahlungen begrenzen. Im Januar 1923 ließ der französischen Ministerpräsident Poincaré das Ruhrgebiet (Zentrum der deutschen Schwerindustrie) durch 60 000 Soldaten besetzen. Der passive Widerstand auf deutscher Seite verursachte hohe Kosten und es kam zu einer (sehr großen) Hyperinflation in Deutschland, die die Ersparnisse der Menschen vernichtete und große Wirtschafts- und Ernährungsprobleme verursachte. Der Widerstand musste deshalb aufgegeben werden und es wurde im November 1923 eine Währungsreform durchgeführt, die die Inflation beendete. Die Ruhrbesetzung endete im Sommer 1925.
3. Problem: Der Versailler Vertrag wurde besonders von den rechten Parteien als "Diktat- und Schandfrieden" bezeichnet. Hindenburg (früher Mitglied der "Obersten Heeresleitung und ab 1925 Reichspräsident) prägte die "Dolchstoßlegende" nach der die Sozialdemokraten in der Heimat die Niederlage durch einen "Dolchstoß" gegen die deutsche Armee herbeigeführt hätten.
4. Problem: Die Reparationszahlungen Deutschlands wurden durch internationale Abkommen geregelt: den Dawes-Plan (1924) und den Young-Plan (1929). Es gab praktisch einen Schuldenkreislauf: Amerikanische Banken gaben Kredite an Deutschland - Deutschland zahlte mit ihnen die Reparationen an Frankreich und Großbritannien - Diese nutzen die Gelder, um ihre Kriegsschulden an die USA zu begleichen. Kurz nach der Einführung des Young-Plans begann die Weltwirtschaftskriese.
5. Problem: Die Weltwirtschaftskrise entstand in den USA durch eine Spekulationsblase an der Börse, ein schwaches Bankensystem, eine Überproduktion an Waren und durch eine geringe Nachfrage wegen niedriger Löhne. Die Auswirkungen auf Deutschland waren besonders stark, weil die amerikanischen Banken ihr Geld zurückforderten. Die deutschen Banken mussten zeitweise schließen, Ersparnisse gingen verloren, es wurde nicht mehr investiert und viele Unternehmen gingen bankrott. 1932 waren rund 6 Millionen Menschen arbeitslos (ca. 30 % der Erwerbsbevölkerung), die Sozialsysteme waren überfordert. Der damalige Reichskanzler Brüning verstärkte durch eine harte Sparpolitik die Not der Bevölkerung. Er wollte zeigen, dass Deutschland nicht in der Lage sei, die Reparationen zu bezahlen. Kurz nach seinem Abdanken wurden die Reparationszahlungen tatsächlich eingestellt (1932), aber seine Politik hatte ein erstarken Hitlers Nationalsozialisten bewirkt (siehe www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1989_2_2_buettner.pdf, 22.02.26).
Die Errungenschaften der Weimarer Republik:
1. Mit der Weimarer Verfassung (1919) erhielt Deutschland ein allgemeines, gleiches und geheimes Wahlrecht. Seit 1918 hatten die Frauen ein aktives und passives Wahlrecht.
2. Der Sozialstaat wurde ausgebaut: Achtstundentag (seit 1918), Tarifautonomie, Mitbestimmung in Betrieben, Arbeitslosenversicherung (1927)
3. Aufleben der Kultur (die "Goldenen Zwanziger Jahre")
4. Wissenschaft und Innovation (z. B. Einstein)
5. Außenpolitische Anerkennung: Gustav Stresemann war kurz Reichskanzler und dann längere Zeit Außenminister (1923 - 1929). Er ist beteiligt an den Verhandlungen zum Dawes-Plan, der eine Reduzierung der Reparationszahlungen beinhaltete. Er regte die Locarno-Konferenz an, bei der Deutschland, Frankreich und Belgien 1925 auf eine gewaltsame Veränderung der gemeinsamen Grenzen verzichteten. 1926 erhält er gemeinsam mit dem französischen Außenminister Aristide Briand den Friedensnobelpreis für sein Locarnopolitik. Ebenfalls 1926 wird Deutschland in den Völkerbund aufgenommen. In Frankreich unterzeichnete er 1928 den Briand-Kellog-Pakt, einen Nichtangriffspakt, dem sich viele andere Länder anschlossen.
Was waren die Gründe für das Scheitern der Weimarer Republik und die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am 30.01.1933?
1. Die KPD wollte eine Revolution nach russischem Vorbild.
2. Die SPD schloss daraufhin einen Pakt mit dem kaiserlichen Offizierskorps und es kam zu keiner Demokratisierung des Militärs.
3. Bei der Reichspräsidentenwahl 1925 gewann der Monarchist Hindenburg knapp vor dem Kandidaten Marx der demokratischen Parteien, weil dieser nicht von der Bayerischen Volkspartei (sie war für eine weitgehende bayerische Eigenstaatlichkeit) und den Kommunisten unterstützt wurde (siehe www.dhm.de/lemo/kapitel/weimarer-republik/innenpolitik/reichspraesidentenwahl-1925, 24.02.2026).
4. Hitler hatte einige einflussreiche Unterstützer in der Presse und der Wirtschaft.
5. Die Sparpolitik Brünings hat das Erstarken der NSDAP bei den Wahlen 1932 sehr gefördert.
6. Die Alliierten, besonders die USA, hätten nach der Weltwirtschaftskriese 1929 und dem Wahlergebnis von 1930 (die NSDAP verbessert sich von 2,3 % - 1928 auf 18,3 % - 1930 auf 37,3 % - 1932) die Gefahr durch Hitler erkennen und die Reparationszahlungen sofort aussetzen müssen, nicht erst 1932.
Der zweite Weltkrieg begann mit dem Angriff auf Polen am 1. September 1939. Hitler sagte vor dem Reichstag: "Seit 5:45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen", obwohl der Angriff von dem deutschen Militär ausging. Als Antwort auf den Angriff erklärten Großbritannien und Frankreich am 3. September Deutschland den Krieg.
"Frankreich und Großbritannien erklärten als Verbündete Polens dem Deutschen Reich zwar den Krieg, griffen aber militärisch nicht ein." (www.dhm.de/lemo/kapitel/zweiter-weltkrieg, 30.04.26)
"Am 6. Oktober [1939] ... richtete Hitler im Reichstag seinen ersten und einzigen ausführlichen Friedensappell an die Westmächte. ... Die Friedensbedingungen wurden am 12. Oktober von Premierminister Chamberlain öffentlich abgelehnt. Die Furcht vor einem Luftangriff hatte sich gelegt. Bei der Ablehnung der Hitlerschen Ouvertüren war den Führern Englands wenig über Hitlers Zukunftspläne bekannt. ... England und Frankreich würden die Zeit, in der er mit Polen beschäftigt war, sicherlich ausgenutzt haben, wenn sie ernstlich ans Kämpfen gedacht hätten. ... Generaloberst Jodl sagte im Nürnberger Prozeß, daß 'wenn wir 1939 nicht zusammenbrachen, das allein auf die Tatsache zurückzuführen war, daß zur Zeit des polnischen Feldzugs' die 76 englischen und französischen Divisionen, die 32 deutschen Divisionen gegenüberstanden, 'völlig inaktiv waren'. Generalfeldmarschall Keitel gab zu, daß 'ein Angriff seitens der Westmächte nur auf eine Scheinverteidigung gestoßen wäre, die sich bestimmt nicht als wirksam erwiesen haben würde'. (www.spiegel.de/politik/herr-hitler-will-den-frieden-retten-a-25c9d84e-0002-0001-0000-000046175469?context=issue, 02.05.26)
Viele Menschen in Deutschland waren so von der Propaganda beeinflusst, dass sie die wahren Absichten Hitlers nicht erkannten, obwohl er diese in seinem Buch "Mein Kampft" dargelegt hatte. Für internationale Politiker und Diplomaten kann diese "Entschuldigung" nicht gelten.
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Die Alliierten (die "Verbündeten") im 2. Weltkrieg waren ein Bündnis von Staaten, die gegen Deutschland Italien und Japan kämpften. Die Hauptalliierten USA, Großbritannien und die Sowjetunion (Roosevelt, Churchill, Stalin) trafen sich bei Konferenzen und besprachen wie Deutschland nach einem Sieg aussehen sollte: 1943 in Teheran und Februar 1945 in Jalta.
Der 2. Weltkrieg endete für Deutschland mit der Unterzeichnung der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 07.Mai 1945, die am 8. Mai 1945 in Kraft trat. Für Japan endete der 2. Weltkrieg am 2. September 1945 (nachdem am 6. und 9. August Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen worden waren).
Die Präsidenten der USA (Truman), der Sowjetunion (Stalin) und Großbritanniens (Churchill/Atlee) trafen sich vom 17. Juli bis 2. August 1945 bei der Potdamer Konferenz und teilten Deuschland, wie in Jalta angedacht, in vier Besatzungszonen auf (auch Frankreich erhielt eine Zone) und gaben die Gebiete östlich der Flüsse Oder und Neiße an Polen (Oder-Neiße-Linie). Die deutschen Minderheiten aus Polen, aus der Tschechoslowakei und aus Ungarn sollten "vertrieben" werden. Auch Berlin wurde in vier Zonen aufgeteilt. Weiterhin beschlossen sie Deutschand zu entnazifizieren, zu demilitarisieren, zu dezentralisieren und zu demokratisieren.
In den Nürnberger Prozessen (1. Prozess 1945/46) wurden von den 24 als Hauptkriegverbrecher Angeklagten 12 zum Tode verurteilt und 7 erhielten lange Haftstrafen.
Die Sowjetunion (sozialistisch) und die westlichen Alliierten (bürgerlich-demokratisch) hatten unterschiedliche Gesellschaftssysteme. Das führte zu Spannungen ("Kalter Krieg"), weil die Sowjetunion ihre Besatzungszone ihrem Weltbild entsprechend wirtschaftlich und politisch umgestaltete: Die private Banken und Versicherungen, als auch Großgrundbesitzer wurden enteignet. Die Ost-SPD wurde gezwungen sich mit der KPD zur SED (Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands) zu vereinigen.
Auf den Konferenzen der alliierten Außenminister zur Zukunft Deutschlands (1945 - 1947) zeigten sich die gegensätzlichen Interessen und es kam zu keiner grundsätzlichen Einigung. Am 12. März 1947 verkündete der amerikanische Präsident Truman eine neue Doktrin (Grundsatz): Die USA werden allen Staaten helfen, die vom Kommunismus bedroht werden.
Die Truman-Doktrin kann als das Ende der Anti-Hitler-Koalition (wie die Aliierten auch genannt wurden) und als Beginn des "Kalten Krieges" angesehen werden. Sie zeigte die Unvereinbarkeit von Kapitalismus und Kommunismus.
"Im Kapitalismus gehören Maschinen, Fabriken und Geld einzelnen Personen, Gruppen oder Firmen. Diese nutzen sie, um Waren herzustellen oder Dienst-Leistungen anzubieten. Dabei können sie selbst entscheiden, was sie mit ihrem Eigentum machen. ... Die Firmen-Besitzer haben die Fabriken, die Maschinen und das Geld. Die Arbeit-Nehmer haben ihre Arbeits-Kraft und ihr Wissen. Diese Fähigkeiten verkaufen sie sozusagen an die Firmen. Dafür erhalten sie dann einen Lohn. ... Kapitalismus hat verschiedene Vorteile und Nachteile. In vielen Ländern mit Kapitalismus wird versucht, die Nachteile durch Gesetze und Regeln auszugleichen [Soziale Marktwirtschaft]. So ist es auch in Deutschland." (www.bundestag.de/resource/blob/984198/c5a8be8e6cfde7fc83e36b51775ed85c/244_kapitalismus.pdf, 02.05.26)
Die Kommunisten wollten eine "Diktatur der Arbeiter und Bauer" errichten, die irgendwann zu einer Gesellschaft führen sollte, in der alle Menschen gleich sind. Deshalb hatten sie als Zeichen einen Hammer und eine Sichel und wollten die "Reichen" enteignen. Allerdings entwickelten sich die kommunistischen Führer selber zu "Reichen mit einem Personenkult", die ihre Macht auf andere Länder ausdehnen wollten.
Der Marshall-Plan der USA 1948 - 1952 (16 europäische Länder nehmen teil) war die Umsetzung der Truman-Doktrin und sollte die Wirtschaft in Europa durch Kredite und die Lieferung von Waren unterstützen. Die Sowjetunion erlaubte den osteuropäischen Ländern nicht am Marshallplan teilzunehmen. Die westlichen Alliierten planten daraufhin, einen westdeutschen Staat zu schaffen. Vor dem Marshallplan gab es 1944 den Morgenthau-Plan, der vorsah Deutschland ohne Industrie in einen Agrarstaat zu verwandeln.
Am 21. Juni 1948 kam es in den westlichen Besatzungszonen (Einführung der D-Mark) und drei Tage später in der sowjetischen Zone (Einführung der Mark) zu gegensätzlichen Währungsreformen. Am 27. Juni sperrten sowjetische Truppen die Zufahrswege nach West-Berlin (Berlin-Blockade 1948 bis 1949). Die Versorgung der Westberliner wurde durch eine "Luftkrücke" mit Flugzeugen aufrecht erhalten.
Am 23. Mai 1949 wurde mit der Verkündung des Grundgsetzes in Bonn die Bundesrepublik Deutschland und am 7. Oktober 1949 die Deutsche Demokratische Republik gegründet.
Der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland Adenauer wollte freundschaftliche Beziehungen zu Frankreich, damit Deutschland wieder als gleichberechtigter Staat in Europa anerkannt wurde. Der französiche Präsident De Gaulle hatte als Ziel ein vereintes Europa mit Frankreich als Führungsmacht, um so den Einfluss der USA zu begrenzen. Am 25. März 1957 wurde die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) gegründet, der Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg, die Niederlande und die Bundesrepublik Deutschland angehörten. Aus der EWG entstand die Europäische Union (EU).
Durch die Pariser Verträge wurde die Bundesrepublik am 5. Mai 1955 zu einem weitgehend souveränen Staat: Aufhebung des Besatzungsstatus, Eintritt in die NATO (Wiederbewaffnung), Verbleib von alliierten Truppen und die USA, Großbritannien und Frankreich behielten ihre Rechte bezüglich Deutschland als Ganzem. Daraufhin verkündete die Sowjetunion die "Zwei-Staaten-Theorie": eine Wiedervereinigung müssten die Deutschen selber aushandeln.
Da die Lebensbedingungen in Westdeutschland besser waren, verließen immer mehr Menschen die DDR über die offene Grenze. Das wollte die DDR-Führung verhindern. Durch den Bau der "Mauer" 1961 wurde die Grenze zwischen Ost- und Westdeutschland so befestigt, dass ein Grenzübertritt für DDR-Bürger so gut wie unmöglich wurde.
Die Bundesrepublik Deutschland beanspruchte einen Alleinvertretungsanspruch. Sie sah sich als einzige Vertreterin des deutschen Volkes. Beziehungen zur DDR wurden abgelehnt. Staaten, die die DDR als Staat anerkannten, mussten mit Gegenmaßnahmen rechnen (Hallstein-Doktrin). Erst 1972 mit dem deutsch-deutschen Grundlagenvertrag unter der Regierung von Willy Brandt wurde der DDR eine staatsrechtliche Anerkennung ausgesprochen. Eine völkerechtliche Anerkennung war nicht möglich, da diese gegen das Wiedervereinigungsgebot im Grundgesetzt verstoßen hätte.
Der "Kalte Krieg" (ohne direkten Waffeneinsatz zwischen den USA und der Sowjetunion) fand auch international statt, was für Deutschland gefährlich war, weil ein 3. Weltkrieg in Deutschland ausgetragen worden wäre. Der "Eiserne Vorhang", der Ost und West trennte, verlief mitten durch Deutschland (Westdeutschland war Mitglied der NATO - Ostdeutschland im Warschauer Pakt).
Im Verlauf des "Kalten Krieges" kam es zu vielen Krisen, die zu einem 3. Weltkrieg hätten führen können:
Aufgrund der schlechten Wirtschaftlage kam es Mitte der 1980er Jahre unter Parteichef Michail Gorbatschow zu Refomen in der Sowjetunion. Am 9. November 1989 wurde die Berliner Mauer geöffnet und am 3. Oktober tratt der Einigungsvertrag in Kraft, der die deutsche Einheit wieder herstellte.